17. Januar 2011

Welche Onlineshop Software?

Geschrieben von Jan Philipp Peter . Eingeordnet unter Eigenprojekt, Shopsoftware | Keine Kommentare

Die geeignete Shop Software auswählen

Die geeignete Shop Software auswählen (Quelle: Blude, Flickr.com)

Eine schwierige Frage, der Jurist würde antworten “Kommt ganz darauf an…” und ja, es kommt bei der Auswahl der Onlineshop Software selbstverständlich auf die Anforderungen an den Shop an.

Da die Grundfunktionen der gängigen Systeme jedoch schon sehr weit angeglichen sind, kann eine Entscheidung auf dieser Grundlage nur sehr schwer getroffen werden. Der Shop kann Artikel und Kategorien verwalten, hat Module für die gängigsten Zahlungsmodule, es gibt die Möglichkeit, verschiedene Varianten anlegen zu können usw. Das sind zumindest die Funktionen, die man sich als Onlinehandel-Neuling so vorstellt.

So entscheidet man sich schnell für die Shop Software mit der am professionellsten erscheinenden Webseite und stellt häufig früher oder später fest, dass der Online Shop doch nicht alles bieten kann, das man sich wünscht. Denn sobald der Onlinehandel erfolgreich anläuft, steigen auch die Anforderungen. Klar, man kann vorher nie alle denkbaren Fälle beleuchten, aber nach einer guten Vorbereitung sollten keine allzu großen Überraschungen mehr folgen.

Anschließend einige Fragen, die man sich als Grundlage für eine Entscheidung stellen könnte bzw. stellen sollte:

Nutze ich mehrere Vertriebskanäle?

Der Trend geht in letzter Zeit ganz klar dazu, Produkte nicht mehr nur über einen Kanal zu verkaufen, sondern möglichst breit aufgestellt zu sein. Also stellen viele Onlinehändler ihre Produkte nicht nur in den Webshop, sondern in eBay und Amazon ein. An dieser Stelle ist es natürlich wünschenswert, wenn man die Artikeldaten nicht in 3 Systemen pflegen muss, sondern sich auf eines beschränken kann. Im Idealfall kann man aus diesem heraus auch die Inserate der anderen Marktplätze steuern. In diesem Fall sollte also darauf geachtet werden, dass eine Shopsoftware über Schnittstellen zu Marktplätzen verfügt oder diese zumindest als zusätzliches Modul angeboten werden. Alternativ kann eine Verwaltung natürlich auch über eine gute Warenwirtschaft erfolgen, womit wir auch schon bei der nächsten Frage sind.

Benötige ich eine Warenwirtschaft?

Ich behaupte an dieser Stelle mal, dass jeder Onlinehandel-Anfänger antwortet: “Nein, das ist doch nur was für die Großen. Ich brauche so etwas nicht!”. Es mag auch sein, dass man ein kleines Lager und ein geringes Bestellaufkommen auch noch “zu Fuß” verwalten und managen kann. Aber sobald letzteres zunimmt (und das will man ja), wird diese Vorgehensweise unwahrscheinlich aufwändig und damit auch absolut unwirtschaftlich. Also sollte man hier im vorsichtigsten Fall mit “Noch nicht, aber ich hoffe bald!” antworten. Um nun aber zur Essenz des Ganzen zu kommen: Es sollte bei der Auswahl des Shopsystems dringend darauf geachtet werden, dass eine einfache Anbindung an ein Warenwirtschaftssystem erfolgen kann. Im Idealfall entscheiden Sie sich mit dem Shopsystem direkt für eine passende Warenwirtschaft. Oder: Sie nutzen ein Shopsystem, welches bereits über eine integrierte Warenwirtschaft verfügt.

Möchte oder muss ich das System jetzt oder in absehbarer Zeit an meine Bedürfnisse anpassen?

Selten findet man eine Software, die genau das bietet, was man sich von seinem eigenen Shop immer vorgestellt hat. Aber ja, wenn man kleine Kompromisse eingeht, kann man mit vielerlei Lösungen leben. Nun aber mal ein Beispiel: Sie verkaufen Feinkost und neuerdings auch im Internet. Ein großer Teil Ihrer Kunden legt sehr großen Wert auf Bioprodukte. Nun möchten Sie es diesen Ihren Einkauf über einen Filter “nur Bioprodukte anzeigen” im Shop erleichtern. Heißt also, hier müsste eine individuelle Anpassung her. Individualität ist etwas, das sich mit den meisten Mietlösungen nicht verträgt. Hier sind stets enge Grenzen gesetzt und Zugriff auf den Quellcode gibt es sowieso nicht. Ihre Kunden werden also die Produkte mühsam suchen müssen oder beim Konkurrenten einkaufen, der diese Funktion umgesetzt hat. An die gleichen Grenzen stößt man auch, wenn man sich eine gekaufte, dafür aber verschlüsselte Lösung angeschafft hat. Hier sind Anpassungen möglich, aber nur durch die Entwickler der Software. Und Monopole sind meistens teuer… Ratsam ist also eine Software, die Quelloffen ist und die Sie nach Belieben Ihren Wünschen anpassen bzw. anpassen lassen können. Meist ist bei so einer Software auch keine Lizenzgebühr enthalten, Sie haben also noch Budget, um sich ein individuelles Design und z.B. den Bioprodukte-Filter zulegen zu können. Einige gute Überleitung zur nächsten Frage:

Welche Kosten will und kann ich tragen?

Wie bereits gesagt, für die Software selbst sind keine Kosten nötig. Davon abgesehen findet man wohl Systeme in jeder Preiskategorie. Nur Sie selbst können wissen, wie groß ihr Invest sein kann. Wichtig ist aber auch, dass Sie die Folgekosten berücksichtigen: Lizenzverlängerung (sofern nötig), Webspace/Server, SSL-Zertifikat, Design, Anpassungen, Marketing, Gütesiegel, … Es empfiehlt sich auch, diese Kosten einmal mit einer Mietlösung mit vergleichbaren Funktionen zu vergleichen. Sie werden überrascht sein, wie weit die geringen Monatspreise, mit denen geworben wird, noch ansteigen können, denn damit ist es nie getan. Mietlösungen bringen mich zur nächsten Frage:

Bin ich Herr über meine Daten?

Leider kommt es häufig vor, dass Shopbetreiber aus ihren Mietshops hinauswachsen, sich nach einer neuen Lösung umsehen und dann erschrocken feststellen müssen, dass sie ihren über lange Zeit aufgebauten und gepflegten Artikelstamm nicht einfach exportieren können, um ihn im neuen System weiter zu verwenden. Oftmals ist hier zeitaufwändige Handarbeit nötig. Deshalb sollte man wachsam sein und sich vorab informieren, ob Artikel und Kundendaten z.B. als CSV-Datei exportiert werden können. Wer meinen Rat bezüglich der Warenwirtschaft befolgt, wird damit aber sowieso keine Probleme bekommen (es sei denn man entscheidet sich auch noch für eine Online-Warenwirtschaft, die auch keinen Export ermöglicht… aber so ein dramatischer Fall ist mir glücklicherweise noch nicht untergekommen).

Nun fehlt als Entscheidungshilfe natürlich noch eine kleine Übersicht der gängigen Systeme. Diese werde ich jedoch erst mit dem nächsten Beitrag liefern und anschließend auch beispielhaft zeigen, wie und für welche Software wir uns für unser Eigenprojekt entschieden haben.

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