23. Januar 2011

Online-Marketing-Attacke. Tipps und Tricks oder unnützes Wissen?

Geschrieben von Petra Hamacher . Eingeordnet unter Rezensionen | Keine Kommentare

Wie angekündigt wird es hier auf dem Blog auch eine Abteilung für Buch Rezensionen geben. Schließlich legt der ein oder andere Wert darauf, Online Marketing Tipps in Papierform zu lesen. Etwas in der Hand zu halten und mit Markern ans Werk gehen zu können, ist eben doch ein anderes Lese- und Lernvergnügen. Da ist die richtige Lektüre schon wichtig!

Vor ab sei gesagt, das hier geschriebene erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und beruht natürlich auf der eigenen Meinung :) Den Anfang machen wir mit:

Stefan Gottschling (Hrsg.): Online-Marketing-Attacke, Das So-geht´s Buch für messbar mehr Verkäufe im Internet.

Buchübersicht Online-Marketing-Attacke:

In vier großen Kapiteln verspricht das Buch 200 Tipps auf 328 Seiten zu unterschiedlichen Marketing Themen und jedem großen Kapitel haben diverse Autoren einzelne Beiträge verfasst, die deren persönliche Tipps und Tricks widerspiegeln:

1. Basics: Klick-Kompetenz (50 grundlegende Tipps auf 73 Seiten)

2. Am Start: Kontakte knüpfen (70 praktische Tipps, wie Sie im Netz Kontakte finden auf 93 Seiten)

3. Im Markt: Zu Käufern kommen (50 konkrete Tipps, wie Sie Kontakte in Käufer umwandeln auf 69 Seiten)

4. Im Ziel: Kontrolle und Kundenbindung (30 Tipps, wie Sie nach dem Kauf nachhaltig überzeugen auf 48 Seiten)

Die Liste der Autoren von Online-Marketing-Attacke ist so namenhaft, wie das who is who der eCommerce Unternehmen. Dennoch erspare ich allen Lesern eine ausführliche Liste. Später mehr dazu. Thematisch möchte ich nicht weiter ausholen, da es doch in einer Art Aufsatzbesprechung enden würde.

Bilder sind in dem Buch außer Autorenporträts keine vorhanden, damit meine ich jetzt nicht nur “Platzhalter” sondern auch keine Graphen oder visuelle Beispiele. Dafür hat der Herausgeber Gottschling und sein Team eine Zeichenagenda integriert. So gibt es einen Stift, der beispielsweise Platz für Notizen verrät, oder ein Ausrufezeichen, welches die Zusammenfassung ankündigt. Ohne dies schon wertend zu meinen, kann man hier sehen, dass Gottschling sich verrät, dass er mit Texten arbeitet. Und dazu annimiert er auch den Leser. Man soll das Buch bearbeiten, wichtige Stellen markieren, Gedanken aufschreiben und es als Checkliste ansehen, welches in der Praxis als treuer Wegbegleiter dienen soll. Und auch der Aufbau des Buche lässt Platz für eigene Gedanken, so dass nicht nur Stichpunkte, sondern auch mal ganze Ausführungen Platz haben. Ein kleines, sechsseitiges Glossar am Ende des Buches erklärt im Übrigen schon vor dem Lesen die wichtigsten Begriffe.

Eigene Meinung zur Online-Marketing-Attacke:

Eine Attacke ist ein Angriff, ein Ansturm auf etwas. General bläst laut zur Attacke, wenn er seine Truppen gegen den Feind führen möchte. Die Lautstärke und Überzeugung des “Anblasens” spielen dabei eine wichtige Rolle, immerhin zieht man in einen schweren Kampf. Da muss der Mut schon erhalten bleiben und angestachelt werden. Und für den ein oder anderen ist der Bereich Online Marketing vielleicht ebenso Furcht einflössend. Schließlich ist Online Marketing ein Fachgebiet, dass man mühsam an Hochschulen usw. erlernen muss. Für manche eine ebenso furchtbare Vorstellung, wie die Entdeckung eines unbekannten Landes: Wer weiß, welche Gefahren dort lauern. Der Titel ist daher, finde ich, schon mal gut gewählt. Denn es geht ja um Tipps, die man beherzigen soll, wenn man sich in dieses fremde Gebiet vorwärts arbeiten will.

Da sind wir aber auch schon bei der ersten Kritik. Als ich das Buch kaufte, war ich kein Unbedarfter mehr im Land des Marketings. Gewisse Regeln, manche Begriffe und einige der Abläufe waren mir schon bekannt. Und da auch der Untertitel “Das So-geht´s-Buch für messbar mehr Verkäufe im Internet” mir auch nicht signalisierte “Nur für Leser, die Marketing als weiße Landkarte betrachten” habe ich zugegriffen. Leider musste ich beim Lesen feststellen, dass es tatsächlich für Fortgeschrittene doch eher etwas langweilig wird. Ich weiß, dass eine Homepage gewinnbringend sein sollte und der Vorteil in einer guten Programmierung und einem noch besseren Layout liegt. Xing, Twitter und Facebook sind für mich keine unbekannten Ureinwohner. Und Grundlagen zur Qualitätssicherrung und Monotoring lernt man irgendwann, so wie auch Newsletter und Landing Pages; oder eben das Bauen von Steinhäuser statt Strohhütten.

Wirklich Neues hat mir die Lektüre daher nicht gebracht und ein kurzer deutlicherer Hinweis “Für Fortgeschrittene” hätte ich zumindest im Klappentext gut gefunden – Schade!

Trotzdem möchte ich nicht verheimlichen, dass ich als Neuling, als purer Anfänger so einen Überblick schon zu schätzen gewusst hätte. Es kann nicht hinderlich sein, beim Start ins Marketing, ein Nachschlagewerk zu haben, in dem Profis mir erzählen, was sie so davon halten. Und seien wir ehrlich, manchmal sehen wir Dinge auch als Selbstverständlich an. Auch wenn oder vorallem wenn uns der Umgang mit Kunden lehren sollte, dass die simpelsten, wichtigsten Dinge manchmal keine Beachtung finden. Gut, wenn Autodidakten hiermit Ansatzpunkte von Profis bekommen.

Hier sind wir dann auch bei dem Punkt, den ich im Nachhinein für mich entdeckt habe. Die Autoren der Online-Marketing-Attacke arbeiten im eCommerce (ich hoffe, es zählen sich alle dazu, sonst würde ich sie zumindest als Seniors des eCommerce bezeichnen?). Für jeden Leser kann es spannend sein, die Gedanken des geschäftsführende Gesellschafter der etracker GmbH, eines Chefredakteurs der Textakademie, eines Geschäftsführers von affilinet und andere Autoren, ob Freiberuflerin oder Firmengründer zu hören (die Auswahl ist hier zufällig per wahllosem Aufschlagen erzeugt worden). Wie sehen sie gewisse Sachverhalte, welchem Marketing-Lager gehört jemand an? Spannend!

Ob diverse Hinweise auf die jeweiligen Unternehmen im Text durchschimmern? Den einzelnen Beiträgen gehen kurze Porträts der Autoren voraus – zwar erfährt jemand, dem vorher der Autorenname nichts verraten hat, erst hier (!), wer der Autor ist, aber: Wenn man die Porträts gelesen hat, kann man nicht mehr ganz so unbedarft in den Text eintauchen, ohne zu denken “Ja klar, hätte ich an seiner / Ihrer Stelle auch als wichtig angesehen. Damit verdient er ja sein Geld.” Schade, ich glaube, ich hätte die Vorstellungen ans Ende des Buches gepackt.

Fazit: 200 nützliche Tipps ja, aber nur für Anfänger!

Mehr Infos zum Buch unter:Textakademie.de

Wie gefällt das Buch anderen Lesern? Ich bin total gespannt!

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