2. März 2012

Karstadt schrumpft sich gesund! Ein Vorbild für Shopbetreiber?

Geschrieben von Petra Hamacher . Eingeordnet unter Marketing | Keine Kommentare

Ladenhüter einfach mal entsorgen

Ladenhüter einfach mal entsorgen (Bildquelle:Paul-Georg Meister/pixelio.de)

Dieser Tage konnte man in den Zeitungen über Karstadt und die neuen Pläne des ehemals großen Konzerns lesen. Was man von den Plänen des Riesen auch für online Shops lernen kann und wie man seinen Online Shop aufräumen sollte, darüber haben wir uns einmal Gedanken gemacht.

Karstadt schrumpft

Karstadt kündigt schon seit längerem an, dass eine Neuausrichtung für den Konzern unumgänglich ist. Nun ist es soweit. Karstadt schrumpft – schrumpft sich so zu sagen gesund. Das ganze fällt unter das Stichwort „Detaillierte Rentabilitätsrechnungen“. Was das genau bedeutet: Die neue Strategie bekommen nun die Kunden erstmals zu spüren. Hier geht es nicht um irgendwelche Versträge, Abmachungen oder Kredite, sondern um die Produktvielfallt. „Um die Warenhäuser zu modernisieren, soll das Profil geschärft werden.“ Verkaufsräume werden renoviert und die Multimedia-Abteilung fällt dabei dem Rotstift zum Opfer. Und in den Modeabteilungen ergeht es jedem fünften Kleidungsstück genauso. Jedes Produkt, was in Karstadt verkauft werden soll, wird nun vorab (beziehungsweise nachträglich) auf die Rentabilität geprüft. Lohnt sich der Verkauf nicht, wird es gnadenlos aus dem Sortiment geschmissen. „Der Händler muss für seine Kunden eine sinnvolle Vorauswahl treffen“, so Andrew Jennings, Karstadt-Chef.

Was dies Karstadt als Unternehmen bringt? Weniger Lieferanten, bessere Lieferantenangebote. Es gibt nicht mehr 5 gleiche Produkte von 5 unterschiedlichen Lieferanten für 5mal den gleichen Endpreis…

Vorbild für Online Händler – Warenbestand prüfen

Karstadt kann hier durchaus als Vorbildfür (im Grunde alle) Händler dienen. Unternehmen verfallen mit der Zeit oft der Unübersichtlichkeit zum Opfer. Unzählige Lieferanten unterbreiten Angebote, über- und unterbieten sich und schon verliert man jede Kontrolle über sein Produktportfolio, seine Preise und seine Marge. Was rentiert sich denn eigentlich und was nicht? Was wollen meine Kunden, was nicht? Analysieren Sie diese Zahlen! Schauen Sie, welche Produkte verkauft werden und welche nicht.

Online Shop regelmäßig aufräumen

Um nicht dem Schicksal von Karstadt zu folgen (drohende Pleite, Insolvenz der Schwester Quelle, neues Management), ist eine Rentabilitätsprüfung dringend zu empfehlen.

Das erste Mal sollte dies bei der Eröffnung des Online Shops geschehen und dann wieder in regelmäßigen Abständen. Karstadt plant dies tatsächlich Jährlich. Es ist kein Argument, dass sich das Portfolio angeblich ja nie ändert (oft gehörtes Argument)!!! Die Wünsche ihrer Kunden können sich ändern. Verkaufsschlager werden plötzlich zu Ladenhütern. Gut verkaufte Sessionartikel stehen im nächsten Jahr in der Verkaufsfolge weit unten. Online Händler / Shopbetreiber sind dann oft ratlos, was mit ihren Kunden oder mit ihren Produkten los sei. Attacken der Konkurrenz oder sonstige Ereignisse werden als Grund, ab und an natürlich zu Recht, in Betracht gezogen. Doch häufig haben Produkte einfach ihren Dienst getan. Hier heißt es handeln. Nicht erst warten, bis einem die Ladenhüter das Geschäft kaputt machen.

Sortieren Sie aus! Suchen Sie neue Produkt-Wege

Oftmals aber hängt man selbst an Lieblings-Produkten. „Das gefällt mir aber so gut“. Auch das ist kein Argument. Unternehmer, die wirtschaftlich denken müssen, können auf Gewohnheiten und Sentimentalität keine Rücksicht nehmen. Raus damit! Suchen Sie nach Alternativen, neuen Konditionen oder schlichtweg reduzieren Sie Ihr Angebot.

Wenn Sie sich nach neuen Produkten umsehen, prüfen Sie auch hier, was genau Ihre Kunden brauchen können und was nicht. Karstadt stellt seinen Einkäufern nun auch Controller zur Seite. Dies ist für Shopbetreiber wohl nicht immer möglich, aber die Idee ist klar: Es prüfe mit Umsicht, wer sich nicht wieder Ladenhüter ins Haus holen will.

 

(Quelle der Karstadt Informationen: Financial Times, 29.2.12.).

Hinterlasse einen Kommentar