10. August 2011

Geht auch zu viel Marketing?

Geschrieben von Petra Hamacher . Eingeordnet unter Marketing | Keine Kommentare

Wie betreibe ich Marketing? Was betreibe ich an Marketing? Wann betreibe ich Marketing? Wo muss ich überall angemeldet sein und was muss ich unbedingt nutzen?

Diese Fragen stellt jeder Shopbetreiber entweder sich selbst oder irgendwann mal seiner Agentur des Vertrauens. Doch beschäftigt sich jemand auch mal mit “zu viel Marketing“? Ja! Wir!

Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht

Oft sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr (Quelle: johnnyb/pixelio.de)

Zu viel Marketing – Geht das?

Wir behaupten: Ja, zu viel Marketing ist möglich. Und oftmals ist es den Machern gar nicht bewusst. Dabei habe ich nicht mal das “falsche Marketing für das Projekt” im Kopf sondern tatsächlich die Anzahl der möglichen Maßnahmen. Daher habe ich auch versucht, diese mal in ZuViel-Marketing-Charaktere zu gliedern.

Da hätten wir:

Den Glücks-Chaot

Der Glücks-Chaot hat (k)ein Problem. Er startet ein Projekt, überlegt sich dazu Marketing und hat sehr viele, sehr gute Ideen. Er beginnt dann einfach irgendwo mit irgendeiner Maßnahme und wie es der Zufall will, hat er mit einigen Maßnahmen noch Erfolg. Warum? Das weiß man leider nicht so genau, vermutlich hat er Glück. Aber eben nur mit einigen Aktionen. Andere sind eher schädlich, was er aber nicht mitbekommt, weil er schon wieder in einem neuen Projekt steckt…

Den Bauch-Denker

Der Bauch-Denker ist eine Unterform des Glücks-Chaoten. Er hat ebenfalls gute Ideen und legt ohne genaueren Plan sofort los. Doch was ihn unterscheidet ist sein Bauchgefühlt. Er wägt vor dem Start ab, welches Marketing ihn wohl zu erst weiter bringen könnte. Begründen kann er es nicht, aber sein Bauchgefühl liegt ab und an richtig. Warum aber einige Maßnahmen wieder negative Folgen haben, kann auch er sich nicht erklären.

Der Punktuell-Begeisterte

Dieser Typ ist besonders gefährlich. Er liest sich quer durch die Literatur, Twitter-Nachrichten und Blogs und lässt sich von jeder neuen Idee sofort anstecken! Keine Marketing Maßnahme wird zu ende gebracht, keine Maßnahme wir aufeinander abgestimmt, alles startet sofort und endet bald darauf in Vergessenheit. Die erste Maßnahme hat er da schon wieder vergessen, daher bekommt er mögliche Folgen auch nicht mit.

Der Ich will Alles-Typ

Der Ich will Alles-Typ ist dem Punktuell-Begeisterten sehr ähnlich. Nur ist er nicht von Natur aus über alles begeistert sondern hat von Natur aus das Sammler-Gen. Er will jede Maßnahme, weil er sie so zu sagen sammelt. Aus falsch verstandener Prestige, aus Sammlerleidenschaft oder weil er angeben will – man weiß es leider nicht. Es ist wie im wahren Leben, alles haben wollen, führt zu nichts Gutem.

Der Beratungs-Resestente-Typ

Der Beratungs-Resestente unterhält sich viel mit Agenturen oder liest viel, aber die Tipps will er nicht annehmen. Das führt dazu, dass er auf eigene Faust alles, aber auch wirklich ALLES ausprobiert, was er findet. Und das nur, weil er es allen Agenturen oder Alten-Hasen beweisen will.

 

Erkennen Sie sich wieder? oder fällt Ihnen noch ein weiterer Marketing-Typ ein? Aber warum liste ich so etwas Negatives eigentlich auf? Ganz einfach als Warnung. Denn was richten solche Charaktere im schlimmsten Fall an?

Die Auswirkungen von zu viel Marketing

Im schlimmsten Fall kippt das Marketing in eine negative Stimmung. Das bedeutet, dass Kunden genervt sind von der ständigen Präsenz des Shopbetreibers. Egal wie sie ein Produkt suchen, sie kommen immer wieder auf diesen Shop. Oder sie lesen Facebook und alle 5 Minuten erscheint ein neues Sonderangebot – der Anbieter ist immer Präsent. Bei Twitter ist dies ein oft gesehenes Phänomen. Unter normalen Umständen wäre das ja das erklärte Ziel. Aber wenn unsere oben genannten Charaktere alles nur anfangen, aber nichts zu ende bringen oder auch ohne Planung und ganzheitlicher Sicht falsch angehen, stoßen die Kunden nicht auf gut geführte Facebook Accounts oder Blogs sondern auf chaotische Nachrichten oder stillgelegte Seiten, Werbung und nichts-sagende Aktionen.

Wird er davon begeistert sein? Nein!

Welcher Kunde ist schon davon begeisert, wenn er sich entschließt ein Shoppingerlebnis wahr zu nehmen und dann stößt er geradezu auf ein Schlachtfeld an Marketingmaßnahmen? Die Reaktion lautet ganz klar: Wenn der Shopbetreiber so viel Zeit ins Marketing steckt, warum steckt er sie nicht auch in seinen Shop? Denn gerade solche Shopbetreiber haben im Durchschnitt einen sehr schlechten Shop (mit vielen Fehlern, falschen Akzenten oder ähnlichem), der die Marketingzeit gut gebrauchen würde. Zudem taucht der Gedanke auf: Wenn der so viel Zeit hat, wird der wohl nicht wirklich verkaufen – ist er dann seriös? Und warum ist das Marketing so schlecht? Hat er Ahnung, von dem, was er tut?

Wer will schon solche negativen Gedanken heraufbeschwören? Keiner!

Aber leider entscheiden das unsere Kunden oft schon nach 30 Sekungen, schütteln mit dem Kopf und möchten diesen Shop nie mehr wieder sehen! Ok, zugegeben, ich spreche hier von Extremfällen. Aber kennt ihr die nicht auch zur Genüge?

 

Unsere Empfehlung: Springen Sie nicht direkt auf einen Marketing-Zug auf und überlegen Sie gut, welche Maßnahme Ihnen weiter helfen kann! Und halten Sie mit Ihrer Energie für solche Aktionen haus, sonst verlieren Sie den Überblick und Ihre Kunden schwinden.

 

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