22. Januar 2014

Gedanken zum Contentschock

Geschrieben von Petra Hamacher . Eingeordnet unter Content Management, Shop Optimierung, Text Workshop | Keine Kommentare

Contentflut führt zu Contentschock! Und warum?

Contentflut führt zu Contentschock! Und warum?

Heute Morgen habe ich beim alltäglichen Feed-Stöbern einen Artikel über Content und die Massen an Content, die uns momentan umgeben, gefunden. Zu viel Information in einem Satz? Ja genau! Das war auch die Massage des Textes. Es gibt zu viel Content momentan, einen richtigen Content-Schock. Dieser Gedanke bewegte mich irgendwie und ich muss dazu auch ein paar Gedanken loswerden :)

Warum gibt es so viel Content?

Wer sich im Internet bewegt und sich regelmäßig informiert, kommt um eine Schlagzeile nie drum rum:

Content is King!

Alle Experten sind sich einig, dass Linkaufbau und weitere SEO-Maßnahmen, nicht mehr so den gewünschten Effekt bei der Platzierung einer URL in den SERPs haben, wie bisher. Warum ist das so? Google (hier mal als Marktführer genannt) sucht vermutlich jeden Tag nach immer neuen Wegen, die Relevanz einer Webseite oder eines Shops herauszufiltern. Dabei gibt es natürlich eine Menge Hinweise, die man auswerten kann: Besucherzahlen, Verlinkungen auf den Shop, Conversion-Rate (sofern messbar für die Suchmaschine), Inhalt (dazu zählen auch Bilder), Aktualität, Seitenstruktur und noch viele kleinere Stellschrauben, die nur Google bis ins letzte weiß. Google liefert sich ein Wettrennen mit den Optimierern unserer Branche und versucht (manchmal etwas zu krampfhaft) herauszufiltern oder zu unterdrücken, was sich jeder wieder zum optimieren ausgedacht hat. Links sagen etwas über den Trust einer Seite aus? Schon wurde Linkaufbau betrieben. Die Seite muss gut programmiert sein? Schon gab es 1000de Agenturen, die alle neue Shop-Designs und eine noch bessere Programmierung versprochen haben. Wird es den Suchmaschinen zu viel, gelten Links plötzlich nicht mehr und das Design ist dann auch zweitrangig geworden. Dafür ist das nächste Thema nun wichtig.

Jetzt heißt es, Webseiten und Shops müssen für den User relevant sein. Daher gilt plötzlich: Content ist das, was dem User hilft. Die Facebook Marketingabteilung bläst in das gleiche Horn und will natürlich diese Idee für eine größere Nutzung der Sozialen Plattform einsetzen. Was nun passiert, ist irgendwie auch klar. Jedes Unternehmen, jeder Shopbetreiber, jede Agentur, jeder User produziert Unmengen an Content. Hier ein Post, da ein Artikel, dort ein Link gepostet.

Wer soll das alles lesen? Der User steht (und hier zitiere ich Futurebiz.de) gerade zu unter Content-Schock. Jeder wird zugeschüttet mit Informationen, die er doch bitte alle lesen soll.

Dabei werden zwei Dinge vergessen: Zum einen ist die Internet-Gemeinde auf der Suche nach SCHNELLEN Informationen und ist nicht gewillt, sich stundenlang Texte durchzulesen. Zum anderen ist der beliebteste Content im Netz immer noch der über Katzen. HALLO? Merkt da jemand was? Katzen sind tolle, bewundernswerte Tiere, aber wer sich stundenlang Katzenvideos reinzieht, wird sich vermutlich nicht stundenlang auch noch mit seitenlangen Produktbeschreibungen rumärgern wollen (Stichwort dümmster anzunehmender User – Sie wissen schon).

Was hilft gegen den Content-Schock-Syndrom?

Jan Firsching, der den oben genannten Artikel auf Futurbiz.de veröffentlichte, spricht davon, mehr Qualität beim Content einzusetzen, der auch teilbar und für den User anregend ist. Und eben nicht jedes Katzenbild (Achtung, das steht hier für „jeden kleinen Scheiß“) zu teilen und zu veröffentlichen.

Facebook, Google und Twitter sind aber natürlich auch nicht untätig. Die Filter, die uns das Sondieren und Sortieren der vielen Inhalte ermöglicht, werden immer raffinierter. Schon längst kann man in seiner Timeline nicht mehr jeden Facebook-Post lesen (auch wenn das immer noch einige glauben) und auch nicht jede Nachricht erscheint bei Google in den News (und sei sie noch so witzig).

Gerade in diesen Tagen (20. Januar) hat Matt Cutts – Sie wissen schon – ein Statement auf seiner Seite veröffentlicht, dass man wie folgt übersetzen kann: Hören Sie auf, Gastbeiträge wie wild für Blogs und Shops zu generieren. Das heißt, auch hier findet Google, dass SEOs und Webseitenbetreiber einfach übertreiben: Wie verrückt wird Content (inklusive der dann der doch wichtigen Links) über das Anfragen und Anbieten von Gastbeiträgen generiert (Stichwort author-tag), teilweise sogar voll automatisch. Das ist wohl auch nicht im Sinne des königlichen Contents, oder?

Vielleicht sollten wir also einfach aufhören, immer zu übertreiben. Nicht jede Richtung, die von Google vorgegeben wird, sollte bis ins Letzte ausgeschlachtet werden. Immer dieses „wir müssen das jetzt alle machen, auf der Suche nach dem Heiligen Gral“-Syndrom. Da aber dieses Verhalten genau so alt ist, wie der Heilige Gral selbst, werden wir das wohl auch nicht aufhalten können. Was also dann?

Ich finde, die Lösung ist einfach: Jeder schaue sich seine Webseite oder seinen Shop an und denke: Was möchte mein Kunde wohl vorfinden und wie kann ich ihm am besten helfen? Vielleicht mit Produktvideos, vielleicht mit Texten, vielleicht mit Bildern, vielleicht mit weniger Informationen? Voila, fertig ist das perfekte SEO – aber nicht zu oft machen, sonst übertreiben wir wieder…

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