4. August 2011

Form follows function

Geschrieben von Petra Hamacher . Eingeordnet unter Webentwicklung | Keine Kommentare

- Gastautor Amlor schreibt über das Problem der “kleinen Änderungen”

Form follows funcion – Die Form folgt der Funktion… mit einer der ersten Sätze, welchen man in einem (Medien)Design-Studium genannt bekommt; ein Satz, der einem schon nach kurzer Zeit aus den Ohren hängt und den man zum Schluss doch am meisten vermisst, da sich anscheinend kaum einer dran hält.
Aber an welchen Umständen liegt dieses und warum tun sich hier doch so viele, selbst gute Designer mit diesem Aspekt so schwer?

Klare Absprachen, gute Kommunikation und bessere Planung

Gute Kommunikation beugt Frust vor

Die Gründe sind wie so oft extrem vielfältig und können kaum hinreichend in einem Blog genannt oder gar in Gänze besprochen werden; trotzdem gibt es schon ein paar Regeln und Möglichkeiten, zumindest die gröbsten Schnitzer zu vermeiden.

Mitunter liegt der Hauptgrund natürlich wie so oft in fehlender und/oder falscher Kommunikation und in unzureichender Vorbereitung und Planung. Weiterhin wird allzu oft dann doch ‘noch mal eben’ etwas geändert und angepasst, ohne zu bedenken dass allein schon 3 oder 4 solcher vermeintlich kleinen Durchführungen in der Summe mitunter gewaltige Auswirkungen mit sich führen.

Was passiert, wenn über die Folgen “kleiner Änderungen” nicht aufgeklärt wird?

Die häufigsten Anpassungen betrifft meistens die Größe bzw. Menge der dazustellenden Inhalte. Sicher kann selten schon zum Start sämtlicher Inhalt vorliegen, aber eine gewisse Vorstellung sollte vorhanden sein und im Idealfall später nicht, oder zumindest nicht stark geändert werden. Fallen die Inhalte zu gering aus, hat man unschöne leere Flächen, die letztendlich alles ein wenig verloren aussehen lassen. Im anderen Extrem erzeugt man oft unschöne Umbrüche, zu stark gequetschte Texte oder sprengt das Design, so dass es nicht mehr aussehen und wirken kann.

Der zweite große Punkt sind die Abläufe, die zu einem großen Teil nicht adäquat durchdacht werden. Es fehlen Felder oder gar ganze Schritte – z.B. bei der Anmeldung oder beim Bestellvorgang. Ereignisse können nicht nachvollzogen und wichtige Optionen können vom Kunden nicht gefunden und so nicht genutzt werden. Teilbereiche wirken wir aufgeflanscht und bei dem Benutzer wird im schlimmsten Fall eine Illusion erzeugt, er habe die Seite verlassen – was dazu führen kann, dass selbiger dem Irrglauben erliegt, es würde sich um ein Betrugsversuch handeln.

Aber wie kann man jetzt genau diesen Folgen vorbeugen?

Die einfachsten Optionen liegen sicher da drin, dass besser geplant und vor allem mehr dokumentiert wird. Als Empfehlung könnte schon jeder einzelne Punkt, welcher Besprochen wird, in einem Bugtracker als ‘Feature’ mit genauer Beschreibung eingetragen werden. So kann relativ schnell nachvollzogen werden, welche Punkte gegebenenfalls noch fehlen. Weiterhin können aber auch alle Punkte in einem Ablaufplan gepackt werden um so die Möglichkeit zu erhalten, fehlende Schritte oder andere Inkonsistenten auf spüren und beseitigen zu können.

Als letzten Punkt kann man aber auch den zweiten Satz, welchen man zu lieben und zu hassen lernt, jeden noch einmal an das Herz legen: Weniger ist mehr. Sicher, das Auge bestellt mit, aber wenn zu stark von den Funktionen abgelenkt wird – oder gar vom Produkt selbst, dann hat man zwar eine große Menge an Benutzern, welche die Seite zwar gerne ansehen mögen; einen dauerhaften Kunden hat man dadurch aber noch lange nicht gewonnen – lediglich seine Traumfrau will man täglich aufs Neue nur angucken, bei Webseiten kann man berechtigt anzweifeln, dass genau dieses allein reicht.

 

Über den Autor

Amlor ist ein freier Autor, den wir für unseren Blog Shop-Optimierung gewinnen konnten. Durch sein ehrenamtliches Werken im Bereich Umwelt und Datenschutz, als auch seine beruflichen Tätigkeiten als Web-, Datenbankentwickler und Ausbildungsleiter haben wir ihn kennen gelernt und er wird auch in Zukunft ab und an über die Themen Design, Technik und Datenschutz berichten.

Hinterlasse einen Kommentar