15. März 2011

Fehler korrigieren oder lieber so stehen lassen? Was ist authentischer?

Geschrieben von Petra Hamacher . Eingeordnet unter Marketing, Shop Optimierung | Keine Kommentare

Schon einige Zeit trage ich einen Artikel mit mir herum, der die Authentizität von Unternehmen, Agenturen oder einfach nur Bloggern hinterfragt, die von ihnen gegebenen Informationen im Internet einfach ändern. Der diesmalige Webmaster Friyday hat mir den Anlass gegeben, das Thema doch endlich zu formulieren.

Das Thema dieser Woche: Blogartikel später bearbeiten und wenn wie?

Wir korrigiert man seine eigenen (online) Fehler?

Zunächst mal finde ich, kann man diese Frage auf jeden im Online Bereich beziehen. Print- oder Rundfunkmedien können nämlich nicht mal eben Fehler so ignorieren. Leichte Fernseh-Versprecher werden, wenn sie wirklich lustig sind, auch nach Jahren in Pannen-Shows gezeigt. Zu größeren Pannen wird in der Presse oder auch im TV direkt Stellung bezogen.
Klar, dass Rechtschreibfehler in Zeitungen nicht immer gravierend sind. Sollten diese doch Aufmerksamkeit erregen, landen sie höchstens noch beim Zwiebelfisch. Falsche Darsellungen werden via Presse oder in der nächsten Ausgabe als Anmerkung der Redaktion richtig gestellt.

Doch online sieht die Sache schon etwas schwieriger aus. Hier würde ich ganz klar auch zwischen den Autoren unterschieden: Kleinere Verwechsler und Rechtschreibfehler machen einen Blog-Schreiberling vielleicht eher menschlich und man vermutet nicht direkt die große Spam-Maschine dahinter. Sollten sich in einem Artikel Fehler aber häufen, so würde ich diese einfach korrigieren und das auch nicht groß kundtun. Anders sieht es mit Inhalten aus. Zum einen würde ich Inhalte, deren ich mir trotz guter Recherche nicht sicher bin, auch nicht veröffentlichen oder nur mit Warnhinweise. Und zum anderen würde ich bei veränderten Tatsachen, schon deutlich machen, dass hier ein Fehler unterlaufen ist oder die Information sich zwischenzeitlich selbst überholt hat – im Bereich der Suchmaschinen ja auch nicht unbedingt eine Seltenheit.

Wie sieht das Verdeutlichen von Korrekturen aus?

Entweder einen Update Text in den Beitrag unterbringen (unten kommt die Info zu spät) oder aber einen Hinweis, dass man das Thema noch mal aufgegriffen hat mit Link zum neuen Thema. Letzteres ist den Aufwand aber nur wert, wenn es wirklich ganz neue Erkenntnisse gibt. Bei einigen Webmaster Friday Beiträgen hab ich gelesen, dass Google  veränderte Beiträhge  neu ranken kann. Wer schon nicht allein aus Korrektheit Fehler wieder gut machen will, der sollte zumindest diesen Aspekt berücksichtigen.

Doch von Unternehmen erwartet man, dass sie perfekte Arbeit abliefern und zu mindest bei Neuigkeiten auch exakt wissen, was sie da so schreiben. Ob das immer fair den Menschen im Unternehmen ist, bleibt dahingestellt. Tatsache ist, dass Unternehmen Geld in Presse, Marketing und Selbstdarstellung stecken. Dann kann ich als Endkunde auch verlangen, dass die bereitgestellten Informationen  richtig sind, oder nicht? Ein Shopbetreiber, der mit falschen Angaben wirbt, ist auf Dauer genauso unglaubwürdig, wie die Bahn, die auf ihrer Webseite Pünktlichkeit verspricht.

Warum das ganze Theater um Fehler und Korrektur?

Weil unsere Authentizität darunter leidet, wenn wir es nicht tun. Fehler passieren, aber wer sie ignoriert, vermittelt eine Egal-Haltung oder ein Kopf-in-den-Sand-stecken. Wer will das schon von sich behaupten? Würden wir dem Gemüsehändler an der Ecke das Gemüse abkaufen, wenn er sagt, seine grünen Tomaten seien extra lecker, weil sie vor einer Stunde noch auf dem Feld gewesen seien? Wer einmal einen Fehler kaschiert, dem glaubt man später nicht so leicht.

Anders gesagt, wer mir immer die Wahrheit erzählt und wer mir immer das an Informationen oder Produkten bietet, was ich vorab erwartet habe, dem schenke ich mein Vertrauen. Und wem ich mein Vertrauen schenke, der bekommt auch gerne mein Geld. Ein Gewinn für beide Seiten!

Warum also Leser, Kunden oder Partner vergraulen, in dem eine eigene Stellungnahme verweigert wird – aus welchem Grund auch immer?

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