6. März 2012

Diverse Besuchertypen. Auswirkungen auf das Design, ja oder nein?

Geschrieben von Petra Hamacher . Eingeordnet unter Shop Optimierung | Keine Kommentare

Der Einstieg in eine Webseite oder in einen Online Shop. Ein heikles Thema und viel diskutiert. Ich möchte mich heute einer Usability-These widmen, die ich in den letzten Tagen in einem Magazin zu dem Thema gelesen habe. Zunächst fand ich den Gedanken der verschiedenen Einstiegs-User interessant, doch dann stellte ich mir eine Frage…

Unterschiedliche Besuchertpen erfordern unterschiedliche Seiten-Usability

Unterschiedliche Besuchertpen erfordern unterschiedliche Seiten-Usability (Bildquelle:berggeist007/pixelio.de)

Die Usability These für Einstiegsseiten:

Besucher einer Webseite können in drei Kategorien unterteilt werden!

Es gibt Menschen, die kommen auf eine Webseite und möchten sofort alle gebotenen Inhalte erfassen können. Das bedeutet, sie möchten sofort alle Informationen parat haben oder mit der Navigation ersichtlich an den Ort kommen, der sie ans Ziel bringt. Die nächste Gruppe will sich gar nicht lange aufhalten sondern braucht ein Suchfeld, das ihnen ohne Umstände den richtigen und somit den kürzesten Weg weist. Zu guter Letzt gibt es noch die Visuellen, die sich von Teasern und Bildern lenken lassen. Für diese Gruppe sind gut gestaltete Boxen von Nöten.

Startseiten für Suchende, Navigierende und Visuelle

Demnach sähe eine perfekte „Startseite“ so aus: Oben oder links eine gut strukturierte Navigation. Ebenfalls oben oder rechts ein gut sichtbares Suchfeld, welches perfekt funktioniert (das muss immer mal wieder betont werden. Nur Suchfeld einbauen ohne es zu pflegen ist SINNFREI!). Und zum Schluss bringen hübsche Boxen die Visuellen zum Ziel.

Problematik: Wie landen die Besucher?

So. Und hier mein Problem: Besucher landen sehr, sehr selten auf so einer Startseite. Wo kann ich also die gerade gewonnenen Erkenntnisse einbringen?

Wie oft passiert es Ihnen selbst, geneigter Leser, dass Sie auf einer Startseite landen? Immer dann, wenn man die URL oder den Marken kennt und direkt eingibt, oder nicht? Amazone, ebay, H&M oder sonstige Marken können von dieser Besuchereinteilung profitieren. Doch der Rest? Sobald man nach Produkten sucht, landet man via Suchmaschinen doch über kurz oder lang auf Kategorieseiten, Produktseiten oder Vergleichsseiten. Den oben geschilderten Seitenaufbau kann man dann bis zu einem gewissen Grad aufrechterhalten und ist bestimmt auch sinnvoll. Immerhin möchte man Kunden, die stöbern, nicht im Wege stehen! Aber Kunden, die von außen direkt auf diese Seite kommen und vielleicht schon ihr Ziel gefunden haben, die möchte man doch zum Kauf bewegen und nicht dazu, die Seite wieder zu verlassen. Worin, meiner Meinung nach, die Gefahr der auffälligen Navigation, Suchfelder und Boxen liegt.

Hier finde ich, tut sich das berühmte Nadelöhr auf. Oder eben die Problematik, wie ich den oben genannten Benutzertypen in der Usabilty gerecht werde und trotzdem keinen Conversion Verlust erleide. Die EINE Lösung für dieses Problem wird es wohl nicht geben. Hier müssen (!) A/BTests zeigen, wie der beste Aufbau solcher Seiten aussieht.

Landingpages für bestimmte Nutzertypen?

Aber zurück zu unserem Grundgedanken. Wo kommen die Benutzertypen denn dann konkret zum Tragen? Nächste Möglichkeit: Landingpages. Diese Einstiegsseiten sind momentan auch viel im Gespräch und gelten als eine DER Conversion Faktoren. Doch eine Landingpage mit großer Navigation und vielen Teasern ist dann irgendwie doch keine richtige Landingpage, oder? Diese sollten doch perfekt auf das jeweilige Suchwort ausgerichtet sein und im besten Fall direkt zu einer Conversion, einem Abschluss führen; und nicht zum Stöbern verleiten.

Mein Fazit zu der Unterscheidung diverser Usergruppen

Es ist hilfreich, über solche User-Einteilungen einen Gedanken zu verlieren, aber es ist bestimmt nicht das Ende der Fahnenstange. Will heißen, auch hier gibt es nicht DIE Lösung oder DIE perfekte Usability. Zunächst sollte die Zielgruppe analysiert und vielleicht schon einiges ausgeschlossen werden?! Konservative Benutzer werden sich kaum von vielen bunten Bildern in unbekanntes Gebiet locken lassen. Bei Landingpages gilt, das zugrundeliegende Keyword kann ebenfalls Aufschluss darüber geben, welche Richtung Design- und Usability-technisch eingeschlagen werden solle.

Hinterlasse einen Kommentar