26. Juni 2013

Die Online Branche beruhigt sich – übrig bleibt der Realismus

Geschrieben von Petra Hamacher . Eingeordnet unter Kurioses, Selbständigkeit | Keine Kommentare

Eine allgemeine, subjektive Beobachtung: Die Online Branche ist in den letzten Jahren gewachen, wie kaum ein anderes Phänomen vor ihr. Viele Geschäftsmodelle sind daraus hervorgegangen und alle haben versucht, etwas vom Kuchen abzubekommen. Doch solangsam beruhigt sich diese unglaubliche Wachstumsrate und so etwas wie “Normalität” tritt ein. Gute Geschäftsgebaren haben sich durchgesetzt und man weiß jetzt “wie es läuft”. Und doch sind es, meiner Meinung nach, nicht die großen Spieler, die momentan Verluste machen (deren Wachstum ist einfach nur nicht mehr so steil), sondern die (kleinen) Einzelspieler sind es, die es schwer haben.

Warum die kleinen Händler die “Verlierer” sind? Ganz einfach!

Am Anfang eines Booms gibt es immer so etwas wie eine Blase. In dieser werden Angebote verhandelt, beispielsweise die günstigesten Paket- oder Softwarepreise. Da eine breite Masse in den Markt strömt und viele Kunden vorhanden sind, können die Preise klein gehalten werden. Jeder bekommt ein Schnäppchen! Alles wird schnell schnell gemacht. Google wird “ausspioniert” und mit schnellen Tricks das große Geld verdient.

Doch jetzt gibt es den ersten eCommerce Boom nicht mehr, sondern so etwas wie Wirtschaft – Der Stärkere gewinnt! Viele der kleinen Unternehmen mussten schon aufgeben. Eine der Folgen: Preise für einzelne Dienstleistungen etc. steigen. Die Schnäppchen-Massenwaren-Zeit ist vorbei! Die, die übrig bleiben, müssen mit Preisanpassungen / anderen Preisstaffelungen plötzlich zu Recht ab bekommen.

Und warum? Weil Qualität ihren Preis hat. Beispiele: Wenn ich für Google guten Content schreiben will, dauert es einen Moment. Wer einen Backlink haben will, kommt mit gekauften Links nicht weit. Schnelle und somit eventuell fehlerhafte Programmierungen können ganze Unternehmen runinieren – die Liste lässt sich fotführen.

Was mich daran stört? Nichts!

Warum sollte es auch? Wir kommen in eine Phase, in der für Online- Internet-Arbeiten endlich das bezahlt werden muss, was es eigentlich auch Wert ist. Das ist in erster Linie gut so. Denn das bedeutet, dass wir Qualität liefern und bekommen können und weniger die Quanität im Vordergrund steht. Das kann doch nur allen zu Gute kommen, oder? Selbst der Endkunde schätz doch Qualität!

Und das Problem der schimpfenden Anbieter und Käufer ist hausgemacht. Wer jahrelang Preise anbietet, die eigentlich nicht haltbar sind (und gilt meines Erachtens für jeden Bereich in der Online Branche), darf sich nicht wundern, warum realistische Preise pötzlich von einem Teil der Kunden als unpassend empfunden werden. Aus der anderen Richtung gedacht gilt aber auch: Wer jahrelang die kleinsten Preise bezahlt, darf sich nicht wundern, wenn die Anbieter dies irgendwann nicht (mehr) können und wollen! Die Zeiten des schnellen Reichtums sind vorbei.

Ich distanziere mich allerdings hier von angebotenen Preisen, die selbst das dreifache eines normalen Stundensatzes/Produktpreises weit übersteigen – Das sei deutlich dazu gesagt!

Hätte man das ahnen können? Ja, hätte man!

In der Wirtschaft herrschen die, die einen Namen haben oder die beste Strategie fahren. Da muss man aber erstmal hinkommen: Natürlich kann man auch als kleines Unternehmen irgendwann “groß werden” und/oder eine entsprechende “Fangemeinde” aufbauen, aber dann braucht man Geduld/Zeit und Qualität UND damit auch Budget. Und das Qualität irgendwann siegen wird, das ist schon in der Elovution seit wieviel Millionen Jahren bekannt? Die Defintion von Google “das Beste für den Suchenden zu bieten” hätte einen auf die Idee bringen können, dass sich irgendwann mal etwas ändert.

Also jammert nicht, sondern macht das Beste aus jeder Situation!

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