7. April 2011

Das Onlineverhalten von Frauen

Geschrieben von Petra Hamacher . Eingeordnet unter Shop Optimierung | 2 Kommentare

Seit geraumer Zeit habe ich persönlich das Gefühl, der prozentuale Anteil der aktiven Frauen in der online Welt nehme beträchtlich zu. Ob es nun Käufer, Shopbetreiber oder Agentur-Arbeiterinnen sind, immer mehr Frauen kreuzen dabei meinen Weg. Eine überaus erfreuliche Nachricht natürlich und Grund genug, einmal über das Onlineverhalten der weiblichen Welt zu betrachten.

Männer und Frauen Shoppen

Männer und Frauen Shoppen mit anderen Zielen (Quelle: Lea M./pixelio.de)

Das Suchverhalten der Frauen

Zunächst einmal möchte ich das Kaufverhalten von Frauen noch einmal betrachten. Schon 2002 stellte der Blog golem.de eine Reihe von Thesen und Kriterien zu diesem Thema auf. Da heißt es schon im ersten Satz “Auch im Internet zeigen Frauen und Männer unterschiedliches Kaufverhalten.” Eine Studie der Deutschen Post (gerade die…) waren damals Grund zu der Äußerung, dass Frauen auf der Suche nach einem Online Shop andere Wege einschlagen als Männer. Frauen würden eher auf die Meinungen anderer hören, Männer hingegen sind eher die Suchmaschinennutzer.

Eigentlich lustig, wenn man bedenkt, dass das Klischee besteht, Männer würden nie nach dem Wegfragen. Oder vielleicht ist die Suchmaschine ja in diesem Fall das anonyme Navi-Gerät?

Das Kaufverhalten der Frauen

Schon 2002 waren 44% aller Online Käufer Frauen. 62% dieser Käufer waren zwischen 30 und 49 Jahre alt. Gekauft wurden von beiden Geschlechtern vornehmlich Unterhaltungsmedien die DVDs, Bücher, CDs und damals noch Videos.

Die Kaufkriterien der Frauen

Anders als bei Männern steht bei Frauen das Einkaufserlebnis im Vordergrund: “detaillierte Produktpräsentation, ein umfangreiches Sortiment, Bonussysteme und Zusatzdienste.” So die deutlichen Hinweise aus diesem Bericht. Dafür seien die Frauen auch risikofreudiger und brauchten nicht ganz so lang für eine Kaufentscheidung wie ihre männlichen Kollegen, da diese mehr auf den praktischen Nutzen als auf die Kauffreude aus seien. Diese These bestätigt auch ein Artikel des Handelsblatt.com: In der Studie “POS-Marketingreport 2003/2004″ kauften alle befragten Männer (zwar stationär aber immerhin) nur exakt das, was sie sich vorgenommen hatten. Zwar ließen sich auch einige von Sonderangeboten leiten, aber ich finde es wichtig zu wissen, dass Männer hier als zielstrebiger eingestuft wurden – Männer sind eben die Jäger, Frauen dann doch die Sammler.

So war es damals, wie ist es heute?

Klar sah die Online Welt 2002 natürlich noch anders aus. 2008 beispielsweise eröffnete Zalando seine Pforten. Ein Hinweis, dass zumindest die Kaufobjekte sich verändert haben. Viele Frauen erstehen online auch Ihre Kleidung (obwohl ich da mehr männliche Beispiele kenne, aber das ist wohl branchentypisch?), was auch der Bericht der Internetworld.de über den Ausbau des Otto Online Shops hinsichtlich der Käuferschicht Frauen zwischen 20 und 29 Jahren bestätigt. Übrigens gehört zu Otto ja auch der Zalando Konkurrent Mirapodo… Das Besondere an dem Shop? Die Funktion Chat’n'Shop! Freundinnen an unterschiedlichen Orten können gemeinsam Produkte betrachten, sie besprechen und kaufen. Ein gemeinsamer Shopping Bummel – nur online! Und das ist nur ein Beispiel von vielen (Shops nur für Frauen und Blogs für und von FashionQueens wachsen ja wie Pilze).

Ein Hinweis darauf, das Social Shopping (Internetworl: Social Shopping als Trend emotional zu verkaufen) immer wichtiger wird!

Und wie wirkt sich das frauliche Kaufverhalten auf den Online Shop aus?

Ganz einfach: Qualität!

Shops sollten sich nach Frauen richten

Shops auf weibliche Käufer und somit auf Qualität nicht Quantität ausrichten (Quelle: tokamuwi/pixelio.de)

Was die meisten weiblichen Shopbetreiber schon begriffen haben, andere aber noch einsehen sollten, ist die Tatsache, dass die Qualität des Shops und der Produkte immer weiter in den Vordergrund rücken werden!

Gehe ich mit einer Freundin Shoppen und diese hat eine Abneigung gegen ein bestimmtes Ladengeschäft, wird sie mit mir dieses Geschäft nicht betreten. “Nein, die sind mir zu unfreundlich” oder “Die Ware da hat eine echt schlechte Qualität, da gehen wir lieber woanders hin”. Solche Sätze kennt jede Frau. Und man wird sie auch immer mehr im online Bereich lesen können. Ob dies nun tatsächlich über Chat’n'Shop laufen wird (wann haben Frauen schon gemeinsam Zeit, aber das ist ein anderes Thema) oder ob Bewertungen ihr übriges tun.

Erst gestern berichtete mir ein Händler über die Welle von negativ Bewertungen. Ich denke, das ist zwar auch dem Winterfrust zu zuschreiben, aber andererseits auch dem wachsenden Qualitätsbewusstsein der Käufer. Es geht eben nicht mehr die schnelle Mark zu verdienen. Jetzt ist Verkaufen gleichbedeutend mit Aufwand! Von der Produktqualität und den Produktpräsentationen über das Aussehen des Shops bis hin zum Verkaufsservice (wie dem Käuferkontakt per Chat und Telefon).

Diverse Siegel und die Möglichkeit sich zu informieren werden auch die Risiken senken. Was im zweiten Schritt bedeutet, dass, wenn die Qualität und das Drum-Herum stimmt, Frauen noch leichter kaufen werden – man(n) sollte nur seinen Shop auf die weibliche Kundschaft trimmen.

Welche Trends gibt es für Frauen?

Ganz klar: Das Ausprobieren, das Ansehen und das Anziehen. Diese Faktoren sind in ihrer Priorität gestiegen und werden auch weiter steigen. So gibt es mittlerweile Shops, in denen man Kleidungskombinationen zusammenstellen kann. Auch eine Handy App, die einem die passende Frisur direkt auf das eigene Foto setzt, ist entwickelt und beliebt. Alles, was einem das haptische Erlebnis (fühlen, schmecken, anfassen, riechen) ersetzt, ist willkommen. Wenn man es das passende Ergebnis dann noch seiner Freundin posten (am besten mit Bild) kann, ist Frau im siebten Himmel…

 

Edit: Hier noch ein Interessanter Bericht über die “Ahnung von Frauen über das Internet

 

2 Kommentare zu “Das Onlineverhalten von Frauen”

  1. Alex on Freitag, 8. April 2011 um 10:19 Uhr

    Also wenn ich mir mal meine Frau anschaue, dann tut sie sich auch recht schwer mit dem Internet. Aber wenn man ihr helfen möchte, so kommt immer der Satz: Ich schaff das auch allein, ohne deine Hilfe! Als Mann ist man da machtlos…

  2. Petra Hamacher on Freitag, 8. April 2011 um 10:40 Uhr

    Alex » Danke für Deinen Kommentar :) Also das Männer da machtlos sind… Ich weiß nicht. Ich sehe uns eher als kreativen Part, den man an die Hand nehmen muss um zu zeigen, wie es geht. Die radikale Methode “komm her ich mach das”, das führt auch bei mir zu nichts :)
    In diesem Sinne einen schönes Wochenende!

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