28. März 2011

Anti-Bot Tools für Twitter

Geschrieben von Petra Hamacher . Eingeordnet unter Marketing, Social Media | Keine Kommentare

Seit geraumer Zeit nerven mich die Spamer und Bots auf Twitter. Daher habe ich mich dazu entschlossen, dass ich mich mal einem Test der dafür schon verfügbaren Tools oder Apps für Twitter widme.

Was sind Bots überhaupt?

Klären wir diese Frage vorab: Findige Programmierer haben kleine Programme geschrieben, die selbständig immer wieder eine Aufgabe wiederholen. Diese Programme gibt es aber nicht nur für praktische Vorgänge (Crawler von Suchmaschinen sind ja im Grunde nichts anderes) sondern sie können auch aus böser Absicht eingesetzt werden. So beispielsweise für die Verbreitung von Werbung, s. g. Spam. Bekannt sind solche Spam-Attacken sicherlich jedem aus dem Mail-Posfach. Schlimm wird es, wenn solche Programme 1000fache Anfragen an Server stellen und diese dann vor Last zusammenbrechen.

Was haben Bots dann mit Twitter zu tun?

Ganz einfach: Twitter ist erfolgreich! Und wo immer der Wind des Erfolges weht, gibt es auch Bösewichte, die dies ausnutzen möchten. Dazu machen sie es sich zu nutze, dass Twitteraccounts ihren Wert aus der Followerzahl beziehen; umso mehr Follower desto wertvoller. In der Twitterwelt gilt zusätzlich noch der Codex, folgst Du mir und bist Du interessant für mich, dann folge ich dir zurück. So begehen viele Twitteraner den Fehler, einfach jedem zurück zu folgen, der sich in der Followerliste befindet.

Was machen Bots dann mit meinem Twitter Account?

Zuspammen! In einem bestimmten Takt werden immer wieder die selben Tweets oder zumindest Tweets mit ähnlichem Inhalt gepostet. Das Geschriebene ist aber meist für den Leser uninteressant, führt zu Werbeseiten oder soll einfach nur dem häufigen Erwähnen der zu bewerbenden Webseite dienen. Nervend! Arbeitet man wie wir täglich mit solchen Medien, ist es nicht mehr nur nervend sondern ätzend abschreckend. Die Timeline der Posts wird unübersichtlich und unattraktiv. Zudem werten solche Programme meinen Account ab: Schlechte Nachbarschaft bleibt schlechte Nachbarschaft!

Übrigens: Es müssen nicht immer Programme sein, auch arme Mitarbeiter von Unternehmen bekommen ab und an die Aufgabe eigene Werbung so häufig zu posten, wie es nur geht. Ein Graus!

Was kann ich gegen die Bots tun?

Twitter stellt eine Schnittstelle zur Verfügung mit deren Hilfe andere Programmierer, denen dieser Spam so auf den Keks geht wie uns, Bots aufspüren wollen. Dafür habe ich zwei Tools getestet, die mir auf Anhieb bei der Suche nach Abhilfe begegnet sind:

twitblock.org

botpwn.org

Wie schon gesagt, benutzen beide Tools die API um Zugang zu unserem Account zu erlangen. Hier gehen beide Programme die Follower Liste durch und betrachten jeden einzelnen Follower Account.

Twitblock:

Twitblock in Benutzung

Twitblock in Benutzung

Twitblock checkt nach eigenen Angaben die Accounts auf deren Aggressivität, wie viele andere User diesen schon ignorieren, ob das Konto von anderen TwitBlock Nutzern gesperrt wurdet und ob das gleiche Profilbild mehrfach vertreten ist.

Letzteren Punkt finde ich bedenklich, da es sich meistens um das “Allrounder Bild” von Twitter handelt (siehe 1.Punkt auf dem Bild)

Der wichtigste Indikator ist aber wohl die Blacklist von Twitter selbst. Aber hier tauchen nur Accounts auf, die gemeldet wurden oder sich sehr verdächtig verhalten. Menschliche Accounts sind da schwer zu bestimmen und oft kann der Stempel des Spams zu unrecht über so jemanden verhängt werden. Es braucht nur jemand Bösen, der einen meldet. Hier kann man sich aber an Twitblock via deren Twitter Account melden.

Die Nutzung ist recht einfach. Es gibt auf der Startseite einen großen Button zum Check. Anschließend kann man sich bei Twitter anmelden (siehe 2.)  und das Tool den Zugriff erlauben – alsbald läuft der Check der Follower (3. Punkt). Als Ergebnis erhält man obiges Bild: Von 251 Followern wurden 7 als bedenklich eingestuft. Alle Accounts über 40% Spamanteil werden angezeigt. Ich hab die Namen mal geschwärzt, was man aber sieht, sind die Prozente, die zur Spam Erkennung vergeben wurden (Im Bild 4. Punkt) und die Aktionen, die man ausführen kann. Entweder kann man den vermeintlichen Spam entlasten oder blocken. Einen Report an Twitter ließe sich auch senden und natürlich kann man das ganze auf weg-x-en.

Mit Klick auf das Profilbild kann man sich übrigens eine ganze Menge Infos über den Account ausgeben lassen: Ignor Factor, follow rate, doppelte Avatare. Diese Angaben kann man sich auch über sich selbst ausgeben lassen. Und als OnTop kann man die Prüfung auch für die Accounts durchführen, denen man selbst folgt!

Botpwn

Botpwn in Benutzung

Botpwn in Benutzung

Für dieses Tool zählen nach eigenen Angaben Werbeaccounts, Spammer und Autofollower als Bots. Meistens sind auch Following- und Followerzahlen, sowie die Tweetzahlen wichtig. Die betreffenden Accounts werden in einer Datenbank aufgenommen.

Auch bei diesem Tool kann man sich einfach über einen Button bei Twitter anmelden. Nach der entsprechenden Erlaubnis und dem Button “Prüfung starten” gehts los. Wie es eigentlich Standard ist, sieht man, wer eingeloggt ist (im Bild Punkt 1.) und welche Accounts als bedenklich eingestuft wurden (Punkt 3.).

Was mir hier nicht so gut gefällt, dass ich nicht den Grad der Schwere erkennen kann und ich habe nur die Möglichkeit des Blockens. Allerdings zeigt Botpwn mir 39 (!) Bots an. Schon ein Unterschied zu 7. Schade finde ich, dass hier zwar ein Hinweis auf Followerverlust erteilt wird, aber nicht gewarnt wird vor dem unüberlegten Blocken.

Dafür gibt es aber eine kostenpflichtige Version des Tools. Für einmalige 5,- € lassen sich zusätzliche Funktionen wie ein eigener Pwntweet, ein Multi Account Check oder ein Spezial Check erkaufen. Unter “Account” kann ich selbst mir meine Statistik der Toolbenutzung ansehen, Bots per Hand melden oder Funktionen wie eine automatische Prüfung oder eine Erinnerung daran einstellen.

Dafür ist natürlich das Tool an sich sehr “aufgehübscht” und man kann (im Bild 3. Punkt) viel eher mit diesem Tool in Aktion treten. Zusätzlich können natürlich immer Spenden an den Entwickler übergeben werden (4. Punkt).

Fazit

Beide Tools sind einfach zu bedienen. Klar ist es für Ottonormalo vielleicht einfacher das deutsche Botpwn statt des englischen Twitblock zu nutzen. Vor allem da hier die Interaktivität mit dem Tool doch auch hervorgehoben wird – ein Pluspunkt, den gerade deutsche Nutzer sehr schätzen, denke ich.

Was die Qualität betrifft, beide Tools haben mir unterschiedliche Accounts als Spam / Bots ausgegeben. Schade, dass Botpwn nicht ganz ersichtlich zeigt, wie gefährlich der Account ist. Es zeigt nur an, dass der Account in der Datenbank gelandet ist und als Spam gilt. Und viele der 39 Warnungen sehe ich als “harmlos” an. Im Gegenzug gefällt mir bei Twitblock nicht, dass die Followback-Rate und das Profilbild als Indikatoren gelten. Beide Faktoren sind doch recht schwammig.

So ganz überzeugt haben mich beide Tools nicht und ich würde jedenfalls keinen Account blocken ohne vielleicht vorher mal geprüft zu haben, was dieser Account tatsächlich so treibt. Beide Tools ermöglichen mir durch klick auf den Namen, den Account bei Twitter zu checken!

Eins sei gesagt: swohl Twitblock als auch Botpwn sind hilfreiche Spürhunde im Kampf gegen so viel Spam!

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